Vorsorgeuntersuchung NEU
Kostenlos aber sicher nicht umsonst!
Seit dem 01. Oktober 2005 gilt auch in Niederösterreich die "Vorsorgeuntersuchung NEU". Dabei fließen mehr als bisher die Erkenntnisse der modernen Lebensstilmedizin mit ein.
Krankheiten in einem möglichst frühen, therapierbaren Stadium zu erkennen und durch geeignete Interventionen im Lebensstil gar deren Entstehung zu verhindern, sind die vorrangigen Ziele der primären und sekundären Prävention.
Große internationale Studien (1) haben gezeigt, dass diese Ziele erreichbar sind und Personen, die an qualitativ hoch stehenden Vorsorge-/Früherkennungs-Programmen teilnehmen, einen deutlich messbaren Gesundheitsvorteil haben. Besonders eindrucksvoll ist die Erfolgsbilanz bei der Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses oder beim Schlaganfall durch die Reduktion von Bluthochdruck.
Im Zentrum der neuen Vorsorgeuntersuchung stehen Information und Beratung. Das Programm soll allen Teilnehmer/innen zeigen, wie es um ihre Gesundheit steht und was sie selbst für ihren Körper tun können.
Gerade die intensive Auseinandersetzung mit der Lebensweise und den Lebensumständen soll in Zukunft auch die Erarbeitung eines individuellen Risikoprofils möglich machen. Mit Hilfe dieser Bewertung des Lebensstil bedingten Erkrankungsrisikos können die Ärzte beizeiten Empfehlungen etwa hinsichtlich Ernährung, Bewegung und Rauchen herausarbeiten.
Wer darf die Vorsorgeuntersuchung NEU in Anspruch nehmen?
Die Durchführung der Vorsorgeuntersuchung kommt für Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr in Betracht. Anspruch auf Mammographie besteht für Frauen ab dem 40. Lebensjahr alle 2 Jahre.Auch nichtversicherte Personen sind berechtigt, die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Die Betreuung übernimmt die für den Wohnort zuständige Gebietskrankenkasse.
Was ist nun bei der Vorsorgeuntersuchung NEU anders?
Besonders vielfältig sind die Änderungen bei den Herz–Kreislauf-Erkrankungen, wo nun die einzelnen Erhebungen zu einem altersabhängigen Gesamtscore für den Probanden zusammengeführt werden. Statt der bisherigen Mitteilung über das Gesamtcholesterin erhalten Sie fortan eine viel präzisere Analyse über ihr individuelles Herz–Kreislauf-Gesamtrisiko.Neu ist die Vorgangsweise bei den in Österreich weit verbreiteten Suchtproblemen mit Tabak und Alkohol. Der problematische Alkoholkonsum wird durch ein neues Messverfahren früher erfasst; auch bei Gelegenheitsrauchern sollte der Arzt immer intervenieren.
Ein weiteres Novum ist, dass bei allen Untersuchten über 65 nach den häufigsten Augenkrankheiten und Hörproblemen verlässlich gescreent werden soll.
Auch die Vorgangsweise beim Prostatakrebs-Screening wurde geändert. Statt der bislang vom Allgemeinmediziner durchgeführten Untersuchung sollen die Probanden in Zukunft ein genaues Aufklärungsgespräch über die Nutzen-Schaden- Bilanz eines PSA-Tests erhalten. Auf Wunsch kann danach bei über 50-Jährigen eine Überweisung zum Urologen durch den Hausarzt erfolgen.
(1) Five-year findings of the hypertension detection and follow-up program. I. Reduction in mortality of persons with high blood pressure, including mild hypertension. Hypertension Detection and Follow-up Program Cooperative Group. JAMA 1979; 242(23):2562-2571.Laara E, Day NE, Hakama M. Trends in mortality from cervical cancer in the Nordic countries: association with organised screening programmes. Lancet 1987; 1(8544):1247-1249.Sigurdsson K. Effect of organized screening on the risk of cervical cancer. Evaluation of screening activity in Iceland, 1964-1991. Int J Cancer 1993; 54(4):563-570.

